Stanley Clarke: School Days

Ein Freund von mir, den ich jetzt mal als Instrumentalmusiknerd bezeichnen würde, hat mir diese unglaubliche Bass-Perle zukommen lassen. Und wie so oft merke ich, dass ich das Jazz-Genre allzu sehr vernachlässige.

Mark Murphy: Why Don't You Do It Right

Von Mark Murphy hörte ich irgendwann mal ein Lied im Zündfunk, es muss einer der älteren Moderatoren am Mikrofon gewesen sein. Trotz meiner Begeisterung verlor ich ihn aus den Augen/Ohren, vergaß seinen Namen. Erst Jahre später und nach langer Suche gelang es mir, ihn wiederzufinden. Im Internet. Dieser Blogbeitrag ist das versprechen, dass ich den Namen Mark Murphy nie wieder vergessen werde.

St Germain: Deep in It

St. Germain versteckt sich bei Liveauftritten allen Ernstes ganz hinten auf der Bühne hinter einem Turm Keyboards und seiner (wunderbaren) Band. Was ich für falsche Bescheidenheit halte, denn natürlich ist Ludovic Navarre einer der wichtigsten Nu/Acid-Jazz und -housekünstler, den Frankreich hervorzubrigen bereit war. Deep In It ist vom ersten Album Boulevard: los kaufen!

The Bad Plus: Never Stop

„The Bad Plus? Das ist doch die Jazz-Band, die so großartige Coversongs macht, oder?“ ist die klassische Reaktion, wenn man den Namen in die Runde wirft. Ich kann der Aussage nicht einmal widersprechen, doch wahrscheinlich ist es ein Fluch, andere Songs so gekonnt und inspiriert durch den Reißwolf zu drehen, fristen die eigenen Kompositionen der Band doch ein Schattendasein.
Auf dem neuen Album Never Stop sperren sich The Bad Plus nun der Fan-Erwartungshaltung „Was ist das nächste Cover?“ und spielen nur eigene Stücke. Und die sind ziemlich gut, das obige Titelstück würde ich sogar als Hit bezeichnen. Ich hoffe schwer, dass The Bad Plus nun für die Eigenständigkeit ihrer Jazz-Kompositionen endlich die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Lasst Teen Spirit Teen Spirit sein.
Mehr: MySpace, Bebopified, LA Times, New York Times, NPR (Erklärungen der Band zu den Songs)

Erik Truffaz: Friendly Fire

Erik Truffaz ist Franzose, macht Jazz und hasst nach eigenen Angaben Dancefloor. Dämlicherweise hat er 1999 mit »Bending New Corners« auf Blue Note (wo soonst?) bei dem gelungenen Versuch Reggae mit Jazz zu vermengen, eines der besten Dancefloorjazz-Alben der Neunziger Jahre abgeliefert. So ist das Erik Truffaz Quartett fortan ein Aushängeschild für die Vermischung moderner Tanzmusik und Jazz. Nicht auszudenken, wie es gelaufen wäre, wenn Erik ein Freund des Dancefloors gewesen wäre.

Billy Brooks: 40 Days

Wenn die Leute von Billy Brooks erzählen, wird meist erwähnt, dass er eigentlich Julius E. Brooks hieß, dass er 1926 in Mobile, Alabama geboren wurde, dass er eine eigene spezielle Trompete entwarf und baute und dass er einer der ganz großen des amerikansichen Jazz gewesen sei, als Trompeter für The Four Tops, The Temptations, Tina Turner, Ray Charles, Dizzy Gillespie und Lionel Hampton. Und leider sagen sie auch, dass er an Heiligabend 2002 in Amsterdam verstorben ist.

Das habe ich mir alles gerade angelesen, denn obwohl »Windows Of The Mind«, die einzige offizielle Solo-LP von Billy Brooks, einen der Sonderplätze in meinem Plattenregal einnimmt, habe ich eigentlich nur gewusst, dass es das beste Jazztrompete-Album in meiner Sammlung ist. Der Trompeter selbst ist dabei völlig hinter seiner Musik zurückgetreten für mich. Das war vielleicht Billy Brooks größtes Werk, dass er all den Namen da oben seine Musik geliehen hat, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Es gibt soviele Billy Brooks…

Manfred Krug: Morgen

Als Wessie kann ich nicht in Ostalgie verfallen. Ich bin auch weder Tatort-Fan, noch habe ich mich in die Magenta-Telekom-Blase hineinziehen lassen, damals. Aber, wenn ein Sampler »Amiga A Go Go – Deutsch Demokratische Rare Grooves« heisst, dann muss man doch einfach zugreifen. Auf der Promo 12″ dazu gibt der allseits bekannte Krug seine mE beste Nummer zum Besten, die, wohl zuerst 1972 beim Staatslabel AMIGA erschien…