Maximum Balloon: Tiger (feat. Aku)


Das schöne fränkische Wort Verregger (deutsch: „Verrecker“) beschreibt ein auf eine Person bezogenes Erstaunen, meist über eine schlitzohrigen Handlung dieses Menschen. In meiner Heimat fiel der Ausdruck „Verregger“ beispielsweise, wenn der Opa staunte, dass der kleine Enkel sich schon wieder in den Weinkeller geschmuggelt hatte, um trotz aller Verbote am Müller-Thurgau zu nippen. Oder wenn der Hofhund sich in die Küche geschlichen hatte, um die „Wörscht“ (Würste) vom Tisch zu klauen.
David Sitek ist auch ein Verregger. Ich weiß zwar nicht, ob er Würste vom Tisch klaut, aber der Gitarrist von TV On The Radio scheint mit seiner gnadenvollen Hauptband nicht genug ausgelastet zu sein und hat deshalb mit Maximum Balloon ein kollaboratives Soloprojekt gegründet, das verblüfft. Vielleicht nicht den fränkischen Opa, aber mich: Verdammt, ist dieser Mann vielseitig.
Mehr: MySpace, Beyond Mainstream, MKzwitschert, Stereopol

The Bad Plus: Never Stop

„The Bad Plus? Das ist doch die Jazz-Band, die so großartige Coversongs macht, oder?“ ist die klassische Reaktion, wenn man den Namen in die Runde wirft. Ich kann der Aussage nicht einmal widersprechen, doch wahrscheinlich ist es ein Fluch, andere Songs so gekonnt und inspiriert durch den Reißwolf zu drehen, fristen die eigenen Kompositionen der Band doch ein Schattendasein.
Auf dem neuen Album Never Stop sperren sich The Bad Plus nun der Fan-Erwartungshaltung „Was ist das nächste Cover?“ und spielen nur eigene Stücke. Und die sind ziemlich gut, das obige Titelstück würde ich sogar als Hit bezeichnen. Ich hoffe schwer, dass The Bad Plus nun für die Eigenständigkeit ihrer Jazz-Kompositionen endlich die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Lasst Teen Spirit Teen Spirit sein.
Mehr: MySpace, Bebopified, LA Times, New York Times, NPR (Erklärungen der Band zu den Songs)

Bloggertramp-Soundtrack: The Only Moment We Were Alone

Als ich mir überlegt habe, welche Songs auf meinen Bloggertramp-Soundtrack kommen, war sofort klar, dass Explosions in the Sky die erste Wahl sind. Wenn es in meinem Kopf eine Musik gibt, die das Gefühl von Bewegung und gleichzeitiger Harmonie perfekt beschreibt, dann ist es diese. Und dann passt auch noch das Video so schön zum Straßengefühl…
Dieser Track ist Teil des Bloggertramp-Soundtracks, einer Auswahl der Songs, die ich auf meiner Reise durch Europa dabei habe.

Q And Not U: Soft Pyramids

Posthardcoreirgendwas, äußerst tanzbar. Das Etikett klebt heute auf so einigen Kapellen, Q And Not U waren jedoch eine der Bands, die diese Musikrichtung bereits 2002 auf den Weg gebracht haben. Könnte irgendwie heute auch noch erscheinen, der Song (und das Video ist ja allerliebst!); nur leider hat sich die Band bereits 2005 aufgelöst. Eine Prise des Einflusses lässt sich noch in John Davis‘ aktueller Band Title Tracks hören, aber da ist mir die Dosis zu gering.
Mehr: MySpace, A Blog About Nothing

Collapse Under The Empire: Grade Separation

Das, was wir als „Post Rock“ bezeichnen, ist längst ein Schmelztiegel verschiedenster Einflüsse, der jedes Genredenken ad absurdum führt. Collapse Under The Empire, die ich drüben bei lie in The Sound entdeckt habe (jetzt erst!), sind ein schönes Beispiel dafür. Kopfkino aus Hamburg, das Schönheit im Pathos findet. Haben bestimmt ein paar Nietzsche-Werke und Niagarafälle-Fotobände daheim auf ihrem Soundteppich liegen, die Jungs.
Mehr: MySpace, Motor.de, The Cynxpire, Beatblogger, Akkordarbeit

Circa Survive: Get Out

Wenn man sich erst daran gewöhnt hat, dass da ein Kerl sind und keine Frau – wie ich bei den ersten zweil Mal Hören des Albums gedacht habe – dann ist das ziemlich feister Post Rock. Das aktuelle Album gibt es bei Amazon mit zwei Akustik-Stücken, Video und digitalem Booklet für gut 9 Euro. Ein weiterer Beweis für meine These, dass Amazon das bessere Itunes ist. (Muss auch mal ein bisken Propaganda machen hier.)
Mehr: Homepage

Russian Circels: Fathom

Post Rock – das ist ein Genre, das gab’s noch gar nicht, als ich jung war, zumindest nicht in unseren Köpfen. Aber in dem, was heute viele Post Rock Bands machen erkenne ich die Weiterentwicklung dessen wieder, was ich schon damals kuhl fand. Russian Circles z.B. klingen in vielerlei Hinsicht wie Tool. Das treibende Schlagzeuge, die schweren Gitarren, die quietschenden … ja was ist das eigentlich … man weiß es nicht … das Quietschen eben.
Ich freu mich sehr, dass sich Musik weiterentwickelt, und dass ich immer noch neue Bands finde, die neuen Kram machen, den ich mag. Ausgesprochen beruhigend das.
Dank für den Tip geht an den Piscator!
Mehr: Tumblr (Wo bleibt eigentlich der große Tumblr-Hype?), Homepage, Myspace

65daysofstatic: Tigergirl

65daysofstatic hab ich beim Treibenlassen auf last.fm gefunden und mich auf der Stelle begeistert. Irgendwann in den späten 90er hatte ich mal die Idee, Breakbeat, Drum’n’Bass und Rock zu verschmelzen. 65dos machen genau das und noch viel mehr. So haben sie mit Abstand den skurilsten Newsletter den ich je abonniert habe. Verrückter Kram.
Das aktuelle Album „We were exploding anyway“ ist seit ein paar Tagen draußen und deutlich elektronischer, als die vorherigen Alben. 65daysofstatic kann man nicht immer hören. Aber wenn … dann gibt es kaum etwas, das den Jungs das Wasser reichen kann.
Nachtrag: Ich dachte, es sei netter das Flash-Dings der Band einzubinden. Leider muss man da den richtigen Song noch auswählen. Also einfach unten auf Tigergirl klicken und dann auf den Play Button. Dafür gibt’s aber auch noch Songs der Band und ein paar Live-Schnipsel im Player. Alles lohnenswert!