Rammstein: Ohne Dich

Zum ersten Mal hab ich Rammstein ’95/’96 auf den Dark Wave und Gothic Parties gehört, auf die ich damals immer gegangen bin. Ich trug schwarze Pullies von denen ich die Bündchen abgeschnitten hatte und hörte auch noch mehr Kram aus der Ecke. Wolfsheim, Deine Lakaien, Das Ich, Lacrimosa, Silke Bischoff. In dem Umfeld waren Rammstein zunächst gar nichts besonderes, abgesehen davon, dass sie schmissige Musik machten.
Als dann das erste Rammstein-Konzert in Bielefeld im alten PC69 war, wunderten wir uns schon, warum soviel da waren, die gar keine schwarzen Klamotten anhatten. Und mit dem zweiten Album wurde Rammstein plötzlich Pop und man musste ich mit Leuten darüber unterhalten, ob die wohl rechts wären oder nicht. Das haben wir damals alle nicht verstanden, weil die grundlegende Einstellung in der Szene zu den Texten eben differenzierter war (und ist) als „Oh ein rollendes R, das müssen Faschos sein„.
„Ohne Dich“ war für mich immer das gelungenste Rammstein Video. Es bringt jene Differenz ganz wunderbar auf den Punkt.

Nine Inch Nails: Closer

Neulich war ich auf der Suche nach dem Video zu diesem Alternative-Tanzflur-Klassiker der mittleren Neunziger als ich bei Youtube über dieses Meisterwerk von Video stolpert. Großartigstes Musikvideo … äh … des Tages. Von jetzt an, will ich immer an dieses Video denken, wenn ich von Larry Lessigs „Singing the Songs“ rede.
Mehr: nin.com

Journey: Don't stop believin'

Wenn der Mensch, dem ich jenseits meiner Familie am meisten zu verdanken habe, Geburtstag hat, dann ist nur das Beste gut genug. Und damit meine ich wirklich das BESTE – in diesem Fall den besten Song der Welt. Man muss nicht an der Nahtstelle zwischen Siebzigern und Achtzigern seine besten Jahre gehabt haben, um dieses Lied zu verstehen. Dass es der Soundtrack für die letzte Szene in der letzten Folge der letzten Staffel der grandiosesten Serie der Welt ist, erscheint mir fast wie eine Fügung der Popkultur. Und wer jetzt widerspricht, erhält Besuch von Paulie Walnuts.
Happy Birthday!

Acid.Milch&Honig: Panzersong

In Leipzig war ich ja neulich zum ersten Mal und jetzt kommt da so kuhle Musik her! Famos. Drum and Bass Electro Gefrikkel mit deutschen Texten, die man sich auch anhören kann. Ach … ich zitiere einfach.

„Der an den Tag gelegte Musikstil lässt sich vermutlich am besten im Heimversuch nachstellen,
indem man im Mediaplayer „Scooter“ mit „Hyper Hyper“ startet und gleichzeitig im Winamp
„keine Macht für Niemand“ von Deutschlands fiesester Band ever, den „Ton Steine Scherben“ anspielt.
Man kann Dies jeweils auch paarweise variiren mit „Blümchen“ plus „Gerhard Gundermann“,
„Das Modul“ plus „Grönemeyer“ oder indem man „Piep Piep kleiner Satelit“
in „KO OK“ von „Tocotronic“ scratcht.“

Un-wi-der-steh-lich!
Mehr: Heimseite, Myspace

This Mortal Coil: Song to the Siren

Als 1997 David Lynchs Lost Highway ins Kino kam, traf uns der Film wie die Druckwelle einer Atombombe. Ich weiß noch, es war Sommer und heiß irgendwie dunkel und ich bin gleich am nächsten Abend noch mal ins Kino gegangen. Vom Soundtrack wird in diesem Blog noch ein paar Mal die Rede sein, aber den Anfang macht der Song, der auf dem Soundtrack fehlte.
Ich hatte damals noch kein Internet, wollte aber unbedingt wissen wie der Song hieß und so war einer meiner ersten Ausflüge ins Wild Wild World of Web die Suche nach diesem Song – in einem der Computerräume des Hochschulrechenzentrums. Mit der Hilfe von Suchmaschinen, die es heute lange nicht mehr gibt fand ich dann auf einer Webseite, die es heute vermutlich auch nicht mehr gibt den Titel und Interpreten des Songs, was allerdings nur die Neugier befriedigte.
Als ich dann ein paar Monate später mein erstes 56k Modem bekam hab ich mich dann auf die Suche nach der MP3 Version. Damals gab’s noch kein Napster, kein Pirate Bay und kein Itunes. MP3s wurden auf riesigen Webseiten verlinkt und der download dauerte immer Ewigkeiten. „Song to the Siren“ gehört zu einem meiner allerersten MP3s.

Russian Circels: Fathom

Post Rock – das ist ein Genre, das gab’s noch gar nicht, als ich jung war, zumindest nicht in unseren Köpfen. Aber in dem, was heute viele Post Rock Bands machen erkenne ich die Weiterentwicklung dessen wieder, was ich schon damals kuhl fand. Russian Circles z.B. klingen in vielerlei Hinsicht wie Tool. Das treibende Schlagzeuge, die schweren Gitarren, die quietschenden … ja was ist das eigentlich … man weiß es nicht … das Quietschen eben.
Ich freu mich sehr, dass sich Musik weiterentwickelt, und dass ich immer noch neue Bands finde, die neuen Kram machen, den ich mag. Ausgesprochen beruhigend das.
Dank für den Tip geht an den Piscator!
Mehr: Tumblr (Wo bleibt eigentlich der große Tumblr-Hype?), Homepage, Myspace

Dead Can Dance: Rakim

Der genialistische Brendan Perry und die durchgeknallte, jodelnde Lisa Gerrard begleiten mich seit vielen Jahren durch die düsteren Abschnitte meines Lebens. Dead Can Dance geben beispielsweise einen wunderbaren Soundtrack zu Zugfahrten durch das verregnete Schleswig-Holstein ab.

Hier sehen wir einen Ausschnitt aus dem »Toward The Within«-Konzert/Film und Lisa beweist nicht nur durch die Kleidung während des Auftritts, sondern auch im folgenden Interview, dass da möglicherweise ein paar Schrauben locker sind, im Oberstübchen—was sie nicht davon abhält heute erfolgreich Filmmusiken zu produzieren.

The Dodos: The Season

Zugegeben, das Video ist nicht das offizielle Video der Dodos und um ehrlich zu sein, hab ich mir nie die Mühe gemacht, ob es zu diese, 7:45 minütigen Indie-Folk-Rausch überhaup ein offizielles Video gibt, ganz einfach weil das hier so großartig ist. Longboards, Sonne, endlose Straßen und freie, glückliche, junge Menschen, randvoller Anmut.
Dank geht übrigens an Jan, der mir das Video im Winter zeigte. Vielleicht liebe ich das Video auch deshalb so sehr, weil es im reichlich kalten und dunklen Winter dieses Jahr, hell und warm und leicht war.
Mehr: Myspace

65daysofstatic: Tigergirl

65daysofstatic hab ich beim Treibenlassen auf last.fm gefunden und mich auf der Stelle begeistert. Irgendwann in den späten 90er hatte ich mal die Idee, Breakbeat, Drum’n’Bass und Rock zu verschmelzen. 65dos machen genau das und noch viel mehr. So haben sie mit Abstand den skurilsten Newsletter den ich je abonniert habe. Verrückter Kram.
Das aktuelle Album „We were exploding anyway“ ist seit ein paar Tagen draußen und deutlich elektronischer, als die vorherigen Alben. 65daysofstatic kann man nicht immer hören. Aber wenn … dann gibt es kaum etwas, das den Jungs das Wasser reichen kann.
Nachtrag: Ich dachte, es sei netter das Flash-Dings der Band einzubinden. Leider muss man da den richtigen Song noch auswählen. Also einfach unten auf Tigergirl klicken und dann auf den Play Button. Dafür gibt’s aber auch noch Songs der Band und ein paar Live-Schnipsel im Player. Alles lohnenswert!

One

Wir mögen Musik. Wir, das sind derzeit Ben, Nico und ich (Johannes). Und wir sind der Meinung, dass manche Songs zu gut sind, um sie einfach in irgendwelchen Playlists vergammeln zu lassen. Deshalb bloggen wir über sie. Jeden Tag über einen Song, um genau zu sein. Punkt 6 Uhr. Ein paar Worte, mehr nicht, die Musik soll sprechen. Songdestages.de ist Work in Progress – wir freuen uns über Feedback und über Ideen, falls jemandem zum Beispiel ein besserer Name (das hier ist eigentlich eher ein Arbeitstitel) und Claim für das Blog einfällt.
Auf One bin ich das erste Mal in der Version der Band Filter gestoßen – eine Coverversion für den Soundtrack des X-Files-Films, inklusive düsterem Videos mit Auftritt des “Krebskandidaten“.  Die Originalversion kannte ich damals nicht. Ein Jahr später hörte ich das Lied wieder – intoniert von Aimee Mann für die musikalische Untermalung des surreal-melancholischen Schicksalsdramas Magnolia.
Perfekt, dachte ich, das ist also das Original aus den Sechzigern. Von wegen: Der amerikanische Songwriter Harry Nilson schrieb das Lied ursprünglich, bekannt wurde es 1969 durch die Version der Späthippieband Three Dog Night (die wiederum in diesem Artikel aus dem NYMag sehr indirekt mit der Entstehung des HipHop in Verbindung gebracht werden). Und meines Erachtens ist dies auch die beste Fassung. Zusammen mit dem YouTube-Knetvideo ein passender Opener für unser Blog.