Piebald: American Hearts

Gestern hat Ben ja Musik rausgekramt, die allgemein unter dem Begriff „Emo“ firmiert. Emo ist ein doofes Wort, und wenn Bands wie Jimmy Eat World oder Taking Back Sunday darunter fallen, möchte ich damit nichts zu tun haben. Aber es gibt auch Bands, die diese Musikrichtung für mich viel besser verkörpern als die Vielverkäufer: Jawbreaker sind zu nennen, oder auch Braid (später Hey Mercedes), die ich leider beide verpasst habe. Ich bin aber glücklich, dass ich mit Piebald die vielleicht unterschätzteste Band dieser Richtung im Sommer 2004 im Underground in Köln sehen konnte. Ein Publikum, das jeden Song mitsingt, eine lustige wie bescheidene Band und nirgendwo der Pathos, der das Genre zu einem Klischee gemacht hat (und das Album „We Are The Only Friends That We Have“ kann ich nur jedem ans Herz legen).
Mehr: MySpace, Vimeo (Long Nights Live)

The Gaslight Anthem: The '59 Sound

The Gaslight Anthem haben diese Woche mit American Slang ein neues Album herausgebracht. Es ist solide, aber ich trauere immer noch dem Sound von „Sink or Swim“ nach, das ich viel zu spät entdeckt habe (’59 Sound ist vom gleichnamigen Nachfolgealbum). Ich hätte ja gerne gesehen, dass sie das Erbe von Hot Water Music antreten. Jetzt hören sie sich mehr wie eine Art moderner Bruce Springsteen an. Kommen ja beide aus Jersey, man kennt sich. Trotzdem eine gute Rockband.
Mehr: MySpace, Fast Forward, Merely Thinking, Whiskey-Soda, Musik Blog, Patrickloveslife

Acid.Milch&Honig: Panzersong

In Leipzig war ich ja neulich zum ersten Mal und jetzt kommt da so kuhle Musik her! Famos. Drum and Bass Electro Gefrikkel mit deutschen Texten, die man sich auch anhören kann. Ach … ich zitiere einfach.

„Der an den Tag gelegte Musikstil lässt sich vermutlich am besten im Heimversuch nachstellen,
indem man im Mediaplayer „Scooter“ mit „Hyper Hyper“ startet und gleichzeitig im Winamp
„keine Macht für Niemand“ von Deutschlands fiesester Band ever, den „Ton Steine Scherben“ anspielt.
Man kann Dies jeweils auch paarweise variiren mit „Blümchen“ plus „Gerhard Gundermann“,
„Das Modul“ plus „Grönemeyer“ oder indem man „Piep Piep kleiner Satelit“
in „KO OK“ von „Tocotronic“ scratcht.“

Un-wi-der-steh-lich!
Mehr: Heimseite, Myspace

This Mortal Coil: Song to the Siren

Als 1997 David Lynchs Lost Highway ins Kino kam, traf uns der Film wie die Druckwelle einer Atombombe. Ich weiß noch, es war Sommer und heiß irgendwie dunkel und ich bin gleich am nächsten Abend noch mal ins Kino gegangen. Vom Soundtrack wird in diesem Blog noch ein paar Mal die Rede sein, aber den Anfang macht der Song, der auf dem Soundtrack fehlte.
Ich hatte damals noch kein Internet, wollte aber unbedingt wissen wie der Song hieß und so war einer meiner ersten Ausflüge ins Wild Wild World of Web die Suche nach diesem Song – in einem der Computerräume des Hochschulrechenzentrums. Mit der Hilfe von Suchmaschinen, die es heute lange nicht mehr gibt fand ich dann auf einer Webseite, die es heute vermutlich auch nicht mehr gibt den Titel und Interpreten des Songs, was allerdings nur die Neugier befriedigte.
Als ich dann ein paar Monate später mein erstes 56k Modem bekam hab ich mich dann auf die Suche nach der MP3 Version. Damals gab’s noch kein Napster, kein Pirate Bay und kein Itunes. MP3s wurden auf riesigen Webseiten verlinkt und der download dauerte immer Ewigkeiten. „Song to the Siren“ gehört zu einem meiner allerersten MP3s.

Joy Division: Atmosphere

Nicht all ihre Songs sind große Meisterwerke. Doch Bands wie U2 oder Nine Inch Nails sind ohne ein Album wie Closer unvorstellbar. Den Zenit ihres Ruhmes erlebten Joy Division, als die Band bereits nicht mehr existierte. Doch die Tragödie einer Band wiegt nie so schwer wie die Tragödie eines einzelnen Menschen.

Heute vor 30 Jahren nahm sich Ian Curtis, Sänger von Joy Division, das Leben.

NOFX: The Decline

Wenn ein Punkrock-Song 18:19 Minuten dauert, kann das ziemlich in die Hose gehen. Oder es kann ganz groß, ja epochal werden – so wie bei NOFX. Zum Ende des vergangenen Jahrtausends haben sie mit „The Decline“ einen Pflock in die Erde gerammt, der das Genre des Skatepunk überdauern wird. Nie waren sie besser, nie wurden sie ihrem Ruf als Pioniere gerechter. Man kann über den dicken Mike denken, was man will, das hier ist ein Meisterwerk.
Mehr: Live-Version