Lali Puna: Micronomic

Den Satz „Übrigens sind Radiohead Lali-Puna-Fans“ kann die Band um Valerie Trebeljahr und Notwist-Sänger Markus Acher wahrscheinlich nicht mehr hören. Das Lob ist jedoch durchaus gerechtfertigt: Die Alben „Scary World Theory“ und „Faking The Books“ (aus dem der Song hier stammt) gehören zum Feinsten, was das Genre Electronica je hervorgebracht hat. Auch wenn ich das von „Our Inventions“, nach sechs Jahren das erste Lebenszeichen Lali Punas, nicht behaupten kann – das Konzert im Ampere morgen Abend werde ich auf jeden Fall mitnehmen. Wer weiß, wie lange es bis zum nächsten Lebenszeichen dauert.
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Avi Buffalo: What's in it for?

Dieser Beitrag enthält doppelte Verwunderung. Einmal, weil das Ex-Seattleszeneundso-Label Sub Pop so viele erstaunliche Künstler in seinen Reihen hat. Und zum Zweiten, weil Avigdor Zahner-Isenberg a.k.a Avi Buffalo und seine Band solch erstaunliche Songs wie „What’s in it for?“ schreiben, obwohl sie alle erste gerade ihren College-Abschluss gemacht haben (und ja, die Shins klingen deutlich durch). Wobei die Stimme natürlich locker eine dritte Verwunderung her gibt. Sänger statt Journalist ist definitiv die richtige Wahl für den jungen Herrn. Heute Abend übrigens im Bang Bang Club in Berlin live zu erleben.
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The Dodos: The Season

Zugegeben, das Video ist nicht das offizielle Video der Dodos und um ehrlich zu sein, hab ich mir nie die Mühe gemacht, ob es zu diese, 7:45 minütigen Indie-Folk-Rausch überhaup ein offizielles Video gibt, ganz einfach weil das hier so großartig ist. Longboards, Sonne, endlose Straßen und freie, glückliche, junge Menschen, randvoller Anmut.
Dank geht übrigens an Jan, der mir das Video im Winter zeigte. Vielleicht liebe ich das Video auch deshalb so sehr, weil es im reichlich kalten und dunklen Winter dieses Jahr, hell und warm und leicht war.
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The National: Terrible Love

The National schreiben Hymnen, die nicht nach Hymnen klingen. Das ist auch auf dem neuen Album High Violet so, das vor wenigen Tagen erschienen ist. Ich mag an The National, dass ihre Stücke niemals den einfachen Weg nehmen, den Spannungsbogen für den Ohrwurm-Refrain aufgeben. Musik wie ein täglicher Heimweg in der Abenddämmerung.
Mehr: NYTimes, ByteFM,Nicolrola, Fisches Nachtgesang

Rocky Votolato: Lucky Clover Coin

München, Du machst es mir nicht leicht. Da warte ich seit Wochen auf gute Konzerte, und heute präsentierst Du mir gleich mehrere an einem Abend: Die Schweden von Hellsongs machen für mich eigentlich das, was „Nu Metal“ immer hätte sein sollen. Der tiefschwarze Seattle-Veteran Mark Lanegan ist solo mit Sicherheit auch das Eintrittsgeld wert. Ich entscheide mich jedoch für den dritten Weg, Rocky Votolato, der auch aus Seattle kommt.
Rocky scheint irgendwie dazu verdammt, ein ewiger Insidertipp zu bleiben (das war schon mit seiner früheren Band Waxwing so). Dabei sind seine Songs von ehrlicher Melancholie, von schmerzlicher Schönheit… ach, was gerate ich ins Schwärmen, hört es Euch selber an – und kommt, falls Ihr aus München seid, ins Feierwerk. Mit Matze Rossi tritt Schweinfurts gute Seele im Vorprogramm auf, dessen Songs nicht nur mich bereits ein halbes Leben begleiten.
Mehr: Canyouseethesunset (mit mp3-Download), Reling sichern (mit Waxwing mp3s), Mainstage

Mumford & Sons: Winter Winds

Mumford & Sons habe ich erst vor knapp zwei Wochen entdeckt. Seither höre ich aber fast nichts anderes. Fast 900 Scrobbles hab ich schon beisammen. Die Jungs erinnern mich an alles, was in den frühen Tagen meiner Kindheit gut und schön war. Eine Verbindung von Kraft und Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr gespürt habe. Ich will Vollbart und einen Bundeswehrparka tragen, auf einen Ostermarsch gehen und Whisky trinken, als wären die 70er nie zu Ende gegangen.

Best Coast: When I'm With You

West Coast – Best Coast: Bei derartigen Wortspielen drohen eigentlich Strafzahlungen an David Hasselhoff und die Los Angeles County Lifeguards sowie eine Blogsperre auf Lebenszeit. Doch hey, das ist Kalifornien und Best Coast (hinter der hauptsächlich die talentierte wie gut vernetzte Bethany Cosentino steckt) machen auch wirklich beste Indie-Strandmusik.
Ein bisschen Beach Boys, ein bisschen Breeders, ein bisschen Melancholie – fertig ist eine der meistgerauntesten Bands der Stunde. Und das alles ohne komplettes Album – der Song Our Deal findet sich beispielsweise im Soundtrack eines Xbox-Spiels. Ob der süße Kaugummi auch nach dem ersten Zuckerschock noch schmeckt? Ich empfehle testweise einen Konzertbesuch – und zwar in den nächsten Wochen in Hamburg, Berlin, Mannheim und Dresden.
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