Matt Bauer: Fox Kits First Rehearsal

Ein ebenso guter wie alter Freund von mir hat das Debut-Album von Matt Bauer letztes Jahr auf Grund des Covers gekauft, weil er dachte, das müsse klingen, wie etwas, das er mag. Und in der Tat hat Matt Bauer mehr Charisma als mir lieb ist. Dass dieser wuchtige Kerl, der eher aussieht, als würde er in der Todeszelle auf sein Erschießungskommando warten, solch zerbrechliche Musik macht … allein das treibt mir bei seinen Songs eine Gänsehaut auf den Rücken.

Damien Jurado: Arkansas

Wenn es die Sopranos noch geben würde, wäre dieser Song beim Produzenten David Chase garantiert in der engeren Auswahl für einen Abspann-Titel. Damien Jurado erzählt in seinen Liedern von der folgenschweren Beiläufigkeit des Schicksals, ohne sich in ein musikalisches Schmalzbad zu flüchten. Am Ende ist eben doch alles ganz archetypisch – bei den Sopranos, aber auch im Video zu „Arkansas“: Wälder, der Duft von Erde und eine vertraute Leiche.
Mehr: MySpace, Stereogum (inkl. Download), lieinthesound, Springfeldt.de, Elfen.ch

Freelance Whales: Generator 1st Floor

Auf die Freelance Whales bin ich irgendwann im Herbst vergangenen Jahres gestoßen, als ich ein Video von einem Auftritt in einer U-Bahn-Station in Brooklyn entdeckte. Die aufsteigende Sehnsucht nach New York mischte sich mit Neugier – eine Indie-Band mit Banjo, die sich nicht furchtbar anhört, war mir bis dato noch nicht untergekommen.
Bei genauerem Hinhören wurden die Freelance Whales für mich zu einer der schönsten Entdeckungen seit langem, und Weathervanes für mich persönlich das Album des Jahres 2009. Eigentlich unbegreiflich, dass die Band es erst einmal ohne Label veröffentlichen musste. Inzwischen sind die Freelance Whales untegekommen und ich warte sehnsüchtig auf ihren ersten Besuch des kontinentalen Europas. Wir werden von dieser Band noch viel hören, da habe ich keine Zweifel.
Mehr: MySpace, Plattenvorgericht, 78s.ch, Stylespion, Goldforbread

The Rural Alberta Advantage: In the Summertime

Während gerade im Netz diskutiert wird, ob die neue Arcade-Fire-Single die Erleuchtung oder Mist ist, will ich lieber meine Empfehlung für ein paar andere Kanadier abgeben: The Rural Alberta Advantage. In the Summertime zelebriert die Schönheit der Schlichtheit und das dazugehörige Video lässt mich erahnen, dass all unsere Probleme an Bedeutung verlieren, wenn wir nur einmal mit dem Fahrrad den kanadischen Sommer durchqueren. Wer mehr hören möchte, dem empfehle ich den RAA-Song Don’t haunt this place, dessen Gesangslinie mich bereits seit Monaten verfolgt. Oder gleich das ganze Album Hometowns.
Mehr: MySpace, Indiestreber, De:Bug, 78s.ch, HeyTube