Dan Mangan: The Indie Queens Are Waiting

Dan Mangan erfüllt alle Klischees eines Indie-Barden im Jahr 2010: Reibeisenstimme, Bart und Akustikgitarre, dazu natürlich die Aura des Geheimtipps, der bald nicht mehr besonders geheim sein wird. Eigentlich zeitlose Indie-Troubadour-Qualitäten. Darüber könnte man sich lustig machen, aber ich freue mich lieber über diese kleine Indie-Hymne und widme den Song der guten R., die inzwischen in Mangans Heimatstadt Vancouver ihr Glück sucht und sicherlich auch ne gute Indie-Bardin abgeben würde, könnte sie nur singen.
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Mumford and Sons – Little Lion Man

Mumford & Sons – „Little Lion Man“ from Mikey Levelle on Vimeo.

Letzte Woche Dienstag haben Mumford and Sons in Berlin in der Columbiahalle gespielt. Sie haben mehrfach erwähnt, dass sie sich für die Einladung nach Berlin sehr bedanken, dass sie sich freuen wieder hier zu sein, und dass es toll sei, bei einem so großartigen Publik zu Gast zu sein.
Mir kam das die ganze Zeit gar nicht so vor, als wären sie hier zu Gast. Von dem Moment an, als ich wußte, dass ich das Konzert besuchen würde, hatte ich vielmehr die Vorstellung, dass es für mich soetwas wie ein Willkommenskonzert sein würde. Als wäre das von langer Hand geplant und kein Zufall.
Was für ein großartiger Abend!

Junip: Rope & Summit

José González kennt wahrscheinlich jeder, der hier vorbeisurft. Doch lange, bevor González als Gitarrenbarde bekannt wurde, spielte er bereits in der Band Junip. Für ein Album hat es aufgrund des plötzlichen Solo-Erfolges allerdings nie gereicht – bis zu diesem Herbst: Der Sound von Fields wirkt durch die Instrumentierung naturgemäß voller als der Schwede auf Solo-Pfaden. Und poppiger. Und doch strömt durch Rope and Summit diese frierende Wärme, die wir so sehr an Herrn González schätzen gelernt haben.
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The Boy Who Trapped the Sun: Home

Auf meiner kleinen Reise habe ich auch die Isle of Lewis westlich von Schottland durchquert, auf dem Beifahrersitz der englischen Krankenschwester Judith. Die Fahrt Richtung Harris war einer dieser besonderen Momente, in denen man über Gott, die Welt und die Natur spricht und die Zeit stehenzubleiben scheint. Während wir die engen Straßen in der rauen Landschaft entlang fuhren und so einigen Schafen ausweichen mussten, lief das Album von The Boy Who Trapped the Sun im Autoradio. Ich hätte bis ans Ende der Zeit so weiterfahren können – und als ich nach meiner Rückkehr die CD, die Judith mir zum Abschied schenkte, zum ersten Mal hörte, erinnerte ich mich sofort wieder an dieses Gefühl. Das Video gibt einen Eindruck von der Stimmung auf Lewis: The Boy… ist von dort.

Joanna Newsome – Sawdust and Diamonds

„Dass solche Musik überhaupt nocht gemacht wird.“ hatte mein Mentor and der Uni mir gesagt, als er mir diese CD empfohlen hatte. Uns verband nicht nur die Freude an der Texttechnologie, sondern auch ein ziemlich ähnlicher Musikgeschmack. Und er sollte Recht behalten. Dass ein Song wie Sawdust and Diamonds überhaupt existiert, geschweige denn auf CDs gepresst und weltweit distrubiert wird, ist praktisch nicht plausibel erklärbar. Nicht mit sowas wie dem freien Willen, nicht mit pluralistischen Gesellschaftsmodellen, nicht mit sowas wie Kulturevolution, nicht mit Musen und Ausnahmetalenten, nicht mit Esoterik und nichteinmal mit göttlicher Intervention. Dieses Lied ist der Beweise dafür, dass die Einrichtung der Welt nicht schlüssig ist. Wir leben in einem schiefzusammengezimmerten Universum. In der Gedankenwelt eine Irren. Das einzige, was mich an dieser Vorstellung nicht beunruhigt, ist die Tatsache, dass es hier so unglaublich schöne Dinge gibt, wie dieses Lied.

Amy MacDonald – Caledonia

Ich weiß, ich weiß, Caledonia ist nicht von Amy MacDonald, der Song ist böser romantischer Regionalpatriotismus und überhaupt, Frau MacDonald macht Pop. Aber was soll ich machen? Das Heimweh nagt an mir. Und auch wenn Ostwestfalen nicht Schottland ist, so ist es doch dicht genug dran, um dem willigen Geiste zu erlauben, das eine auf das andere zu projizieren. Und außerdem klingt ihre Stimme in diesem Video noch viel umwerfender als auf den Alben. Das kommt bestimmt vom Single Malt trinken.

Young Buffalo: New Beat

Um mit der New-Folk-Welle nach oben gespült zu werden, müssen Young Buffalo gerade die Bars und Tavernen in den Südstaaten bespielen. Oxford ist eben nicht New York, Oxford/Mississippi schon garnicht. Gefällt mir aber, dieser Gegenwarts-Folk auf dem dicken Soundteppich. Das Album erscheint Anfang 2011.
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