Bernd Begemann: Bad Salzuflen weltweit & Unten am Hafen

Das war eigentlich überfällig. Als ich vor vier Jahren nach Hamburg gegangen bin, hab ich Sascha eine Mix-CD bekommen, auf der neben vielen anderen großartigen Songs auch Bernd Bergemanns „Unten am Hafen“ drauf war und ich freu mich dieses Doppelvideo gefunden zu haben, denn Bernd Begemann hat nicht nur einen tollen Hamburg-Song gemacht, er kommt auch aus Ostwestfalen, wie ich.

The Mighty Stef: Downtown

Irlands Popmusikgeschichte löst zwiespältige Gefühle in mir aus. Da wären U2, die mal wie die alternativste Mainstream-Rockband der Welt klingen, mal wie die peinlichen Arty-Farty-Streber vom Gymnasium. Dann gibts noch die Cranberries, die immerhin in meiner Teenagerzeit als sicheres Warnsignal fungiert haben: Mochte eine neue Bekanntschaft die Cranberries, sah ich mich verpflichtet, sofort eine Nebelkerze zu zünden, ins nächste Taxi zu steigen und bis ans Ende der Welt zu fahren. Leider komme ich vom Land und Taxis waren rar.
Mighty Stef mag ich einen gewissen Too-Pop-to-be-interesting-Faktor nicht absprechen, doch weil das Ganze in Downtown mit einer Menge Pogues (Zitat des Sängers Stefan Murphy: „Der Alkohol hat mir mehr gegeben als ich ihm„) und einem kleinen Schuss Ramones gemischt wird, kann ich mich mit dem Song sehr gut anfreunden. Und hey, „Nine to five has eaten us alive. We are not kings, we are foot soldiers, we’re walking the road to nowhere“ ist einfach der perfekte Beginn für eine Rezessionshymne.
Mehr: MySpace, Triggerfish, Biotechpunk, HeyTube

Freelance Whales: Generator 1st Floor

Auf die Freelance Whales bin ich irgendwann im Herbst vergangenen Jahres gestoßen, als ich ein Video von einem Auftritt in einer U-Bahn-Station in Brooklyn entdeckte. Die aufsteigende Sehnsucht nach New York mischte sich mit Neugier – eine Indie-Band mit Banjo, die sich nicht furchtbar anhört, war mir bis dato noch nicht untergekommen.
Bei genauerem Hinhören wurden die Freelance Whales für mich zu einer der schönsten Entdeckungen seit langem, und Weathervanes für mich persönlich das Album des Jahres 2009. Eigentlich unbegreiflich, dass die Band es erst einmal ohne Label veröffentlichen musste. Inzwischen sind die Freelance Whales untegekommen und ich warte sehnsüchtig auf ihren ersten Besuch des kontinentalen Europas. Wir werden von dieser Band noch viel hören, da habe ich keine Zweifel.
Mehr: MySpace, Plattenvorgericht, 78s.ch, Stylespion, Goldforbread

Rainald Grebe: Ich bin der Präsident

„Ich bin der Präsident. Das war ein Tag in meinem Leben. Ich bin extrem erschöpft. Ich habe alles gegeben. Ich mach jetzt bubu. Vor Gott sind alle gleich. Ich brauche nur vier stunden Schlaf und die schlafe ich für euch.“
Aus gegebenem Anlaß hab ich Herr Grebe mal vorgezogen, verspreche aber, ihn später noch mal auf die Blog-Bühne zu zerren.
Mehr: Bellevue

Moritz Krämer: 90 Minuten

Moritz Krämers nicht als Album veröffentlichtes Album „Fallsucht“ war mein Album des Jahres 2008. Irgendwie hat der Gute, Gute immer noch kein richtiges Album draußen. Eine Sünde, wie ich finden muss. Ich mag diese neuen, jungen, deutschen Liedermacher sehr. Lustigerweise hab ich Moritz Krämer auf einem Gisbert zu Knyphausen Konzert kennengelernt. Gisbert hat einen Song von ihm gespielt. Und inzwischen touren die beiden zusammen.

The Rural Alberta Advantage: In the Summertime

Während gerade im Netz diskutiert wird, ob die neue Arcade-Fire-Single die Erleuchtung oder Mist ist, will ich lieber meine Empfehlung für ein paar andere Kanadier abgeben: The Rural Alberta Advantage. In the Summertime zelebriert die Schönheit der Schlichtheit und das dazugehörige Video lässt mich erahnen, dass all unsere Probleme an Bedeutung verlieren, wenn wir nur einmal mit dem Fahrrad den kanadischen Sommer durchqueren. Wer mehr hören möchte, dem empfehle ich den RAA-Song Don’t haunt this place, dessen Gesangslinie mich bereits seit Monaten verfolgt. Oder gleich das ganze Album Hometowns.
Mehr: MySpace, Indiestreber, De:Bug, 78s.ch, HeyTube

Beach House: Zebra

Eine Bekannte aus Baltimore hat sich einmal beschwert, dass sie ständig gefragt wird, ob es dort wirklich so wie in The Wire zugeht. Nun, nichts könnte ein größeres Kontrastprogramm zur kaputten Wire-Welt bieten als die Musik von Beach House, die just aus dieser Stadt stammen. Eine Stimme, als hätte Nico von Velvet Underground endlich ihren Frieden gefunden. „You know you’re gold, you don’t gotta worry none“. Pures Gold ist auch die Schulchor-Coverversion dieses Songs. Das Beste, was diesem Lied passieren konnte.
Mehr: MySpace, Auftouren, Tasties to the lions, Langweiliges Rezensionsgeblogge, NPR, BBC

The Dodos: The Season

Zugegeben, das Video ist nicht das offizielle Video der Dodos und um ehrlich zu sein, hab ich mir nie die Mühe gemacht, ob es zu diese, 7:45 minütigen Indie-Folk-Rausch überhaup ein offizielles Video gibt, ganz einfach weil das hier so großartig ist. Longboards, Sonne, endlose Straßen und freie, glückliche, junge Menschen, randvoller Anmut.
Dank geht übrigens an Jan, der mir das Video im Winter zeigte. Vielleicht liebe ich das Video auch deshalb so sehr, weil es im reichlich kalten und dunklen Winter dieses Jahr, hell und warm und leicht war.
Mehr: Myspace

Mumford & Sons: Winter Winds

Mumford & Sons habe ich erst vor knapp zwei Wochen entdeckt. Seither höre ich aber fast nichts anderes. Fast 900 Scrobbles hab ich schon beisammen. Die Jungs erinnern mich an alles, was in den frühen Tagen meiner Kindheit gut und schön war. Eine Verbindung von Kraft und Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr gespürt habe. Ich will Vollbart und einen Bundeswehrparka tragen, auf einen Ostermarsch gehen und Whisky trinken, als wären die 70er nie zu Ende gegangen.