Mr. Bungle: None of Them Knew They Were Robots

Um die Jahrtausendwende hatte ich das Vergnügen, Mr. Bungle im proppevollen Substage von Karlsruhe sehen zu dürfen. Dieses Glück hatte ich einem Zufall zu verdanken: Auf einem Open Air stand ich zufällig zwei Reihen vor einem langhaarigen Typen, der bei einem Auftritt der schwedischen Punkrocker von Millencolin in einer Songpause laut „Mr. Buuuuuuuungle!!!!!!!“ rief – worauf ich ihn mir sofort schnappte, denn ich kannte damals relativ wenige Fans solch exquisiter Musik.
Er erzählte mir, dass er zwei Wochen später mit seinen Freunden zu eben diesem Konzert fahren würde und ich lud mich nach einem spontanen Begeisterungsanfall ebenso spontan zu diesem Trip ein. Meiner Erinnerung nach hörten wir die kompletten 2×250 Kilometer Slayer-Alben. Mr. Bungle ist übrigens meiner bescheidenen Meinung nach das beste aller Patton-Projekte.

Maximum Balloon: Tiger (feat. Aku)


Das schöne fränkische Wort Verregger (deutsch: „Verrecker“) beschreibt ein auf eine Person bezogenes Erstaunen, meist über eine schlitzohrigen Handlung dieses Menschen. In meiner Heimat fiel der Ausdruck „Verregger“ beispielsweise, wenn der Opa staunte, dass der kleine Enkel sich schon wieder in den Weinkeller geschmuggelt hatte, um trotz aller Verbote am Müller-Thurgau zu nippen. Oder wenn der Hofhund sich in die Küche geschlichen hatte, um die „Wörscht“ (Würste) vom Tisch zu klauen.
David Sitek ist auch ein Verregger. Ich weiß zwar nicht, ob er Würste vom Tisch klaut, aber der Gitarrist von TV On The Radio scheint mit seiner gnadenvollen Hauptband nicht genug ausgelastet zu sein und hat deshalb mit Maximum Balloon ein kollaboratives Soloprojekt gegründet, das verblüfft. Vielleicht nicht den fränkischen Opa, aber mich: Verdammt, ist dieser Mann vielseitig.
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The Books: I Didn't Know That

Manchmal habe ich das Gefühl, es gibt viel zu wenig verstörende Musik da draußen. The Way Out von The Books überzeugt mich vom Gegenteil. Hier wird die Kraft des Mashups bis an die Grenzen ausgetestet. Das ist längst kein pures Sampling mehr, das ist Hörkunst nach Cut-Up-Art. Für mich das Album des Jahres, bislang, ich kann Euch nur ans Herz legen, es komplett und ohne Multitasking durchzuhören. Zum Beispiel im Stream bei NPR. Mehrmals.
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