John Zorn: Between Two Worlds

John Zorn hat für mich etwas Altersloses, doch er wird tatsächlich in diesem Jahr 60. Die New York Times hat ihn porträtiert und gibt damit Anlass genug, wieder einmal tief in sein Werk einzutauchen. Eigentlich wird das Format Song des Tages ihm gar nicht gerecht, so vielschichtig ist das, was er komponiert und spielt. Jeder Track eine andere Welt – bei keinem Künstler würde ich diesen Satz mit so großer Verneigung unterschreiben wie bei ihm.

Bibio: You

Kein Mashup, sondern ein Mash-Hack, quasi. In einer perfekten Welt wäre You DER Radio-Sommerhit 2013.

Shigeto: Ringleader

Ist das Ambient Dance? Post-Dub-Step-Samba? Ich bin gespannt: Das Album No Better Time Than Now erscheint am 20. August.

Ai Weiwei: Dumbass

Heavy Metal? Mitnichten. Progrock, mit etwas gutem Willen. Aber hier geht es ja um etwas anderes.
Fuck forgiveness, tolerance be damned, to hell with manners, the low-life’s invincible.
Ernstgemeinte Aufforderung meinerseits: Freiheitsslogan Eurer Wahl jetzt in den Monitor brüllen.

Twigs & Yarn: Mermaid Wetness

Twigs & Yarn stammen aus Texas, wo ab nächster Woche in Austin wieder einige ziemlich gute und bislang recht unbekannte Bands beim SXSW zu hören sein werden. Sie machen eine Art Elektroexperimentalsound, in dem auch zuächst musikfremd erscheinende Dinge (Kinderrasseln etc.) vorkommen.

Grouper: Vital

Liz Harris und ihre kaum greifbaren, fast in der Luft der Dämmerung aufgelösten Songs. Würde ich im Schnee von Lappland ausgesetzt und dürfte nur ein einziges Album mitnehmen, es wäre vermutlich The Man Who Died In His Boat, das vergangene Woche erschienen ist.

Jamie Lidell: What A Shame

Die Phrasendreschmaschine zu Jamie Lidell spuckt aus: „Man vs. Machine“, „Soul des 21. Jahrhunderts“, „Self-made-Soulstar“, „eine Mischung aus Erdnüssen und Schokolade“, „drei Ecken, Doppel-Elfer“. So oder so ähnlich. Ich höre mir lieber die Musik an.