Psychofuk: Psychofuk

Eine der 96er Nummern, die meine Lebenswelt Techno geprägt haben. Danach gab es keine Lieder mehr, nur noch Tracks.

Sean Deason gehört zur sogenannten dritten Detroiter Welle und agierte damals im Umfeld des Labels Acacia Labels von K-Hand und Alan Oldhams Generator Records (worauf ich unbedingt nochmal zurück kommen will, die nächsten Tage). 1993 gründete er das Matrix Label bei dem namenhafte Detroiter ihre Karriere begannen, darunter Claude Young, Stewart Walker und Morgan Geist.

Wenn Eure Mütter behaupten, das Gedengel in der Disse, oder das Geweine von Scooter wären Techno, dann spielt ihr einfach diese Scheibe vor: das ist Techno.

Les Rita Mitsouko: Marcia Baila

Etwas Pop brauchen wir hier noch. Französischen 80er Jahre Avantgarde-Pop, wenn’s beliebt. Das Video oben wurde von Jean-Paul Gaultier und Thierry Mugler ausgestattet und ist deswegen auch im MoMA in NYC zu sehen. Eigentlich ist es außerdem ein Tribut an die argentinische Tänzerin und Choreographin Marcia Moretto, die 1981 an Brustkrebs gestorben war. Für mich hingegen ist es einfach nur der Frankreich-Urlaubs-Sommerhit geblieben, eine herrliche Erinnerung an ein paar hervorragende Tage. Wie unbedarft man damals doch war. Prima.

P.I.L.: Public Image

1978 gründete Johnny Lydon, bekannt von den Sex Pistols und unter dem Namen Johnny Rotten, mit ein paar Freunden eine Firma, die tatsächlich auch als englische Private Ltd. registriert wurde. Lydons Freunde waren bald verschwunden und so führte er das Projekt alleine weiter. Und obwohl die Firma wohl 1993 eingestampft wurde, gibt es die Band immer noch und der gealterte Johnny Rotten tritt auch noch Live auf, aber sich das anzusehen geschieht auf eigene Gefahr!

David Bowie: I'm Afraid Of Americans

David Bowie war immer groß darin, Trends zu erkennen und für seine Produktionen zu nutzen. Sein 1997er Album »Earthling«, das er zusammen mit Brian Eno produzierte ist wahrscheinlich das beste Electronic/Drum&Bass-Album, das ausserhalb der Szene veröffentlich wurde. Die Single »I’m Afraid of Americans« enthielt sage und schreibe sechs Version des Bowie Songs, u.a. produziert mit Nine Inch Nails, aber auch feat. Ice Cube und remixed von Photek. Trent Reznor taucht dazu auch noch prominent im Video auf…

Manfred Krug: Morgen

Als Wessie kann ich nicht in Ostalgie verfallen. Ich bin auch weder Tatort-Fan, noch habe ich mich in die Magenta-Telekom-Blase hineinziehen lassen, damals. Aber, wenn ein Sampler »Amiga A Go Go – Deutsch Demokratische Rare Grooves« heisst, dann muss man doch einfach zugreifen. Auf der Promo 12″ dazu gibt der allseits bekannte Krug seine mE beste Nummer zum Besten, die, wohl zuerst 1972 beim Staatslabel AMIGA erschien…

Gil Scott Heron: In The Bottle

Gil Scott Heron ist eigentlich hauptberuflicher Poet des Amerikas der 70er und beginnenden 80er. Zusammen mit Brian Jackson hat er jedoch ausserdem einige der besten Jazz-Funk-Soul-Fusion-Nummern der Welt abgeliefert. Herons Texte über das Leben der Afroamerikaner und die Art seines Vortrages, sind eine der Wurzeln dessen, was später Rap genannt wurde und heute HipHop ist.

Da Hool: Meet Her At The Loveparade

Bis in die 2000er hinein trafen sich bis zu 1.500.000 Menschen in Berlin zu Loveparaden, um der 1989 begründeten Tradition zu frönen, zum Klang lauter Musik und unter dem Einfluss bewusstseinserweiternderverhärtender Drogen den Frieden, die Freude und den Eierkuchen zu feiern. Frank Tomiczek aka. Da Hool aka. DJ Hooligan aus Bottrop (!) dürfte ein Paradebeispiel (!) für diese Art der Veranstaltung sein. In jeder Hinsicht. Er steuerte eine der Paradehymnen bei.
So und nun machen wir die Augen zu und lauschen ein wenig in die Musik und dann sehen wir… halbnackte Menschen die an Straßenschildern hochklettern…

Sebastian Tolk: The Sun

Sebastian Tolk – The Sun by Sebastian Tolk
Sebastian Tolk kenne ich nun schon einige Zeit. Wir waren Deejays, wir waren jung, wir brauchten das Geld… ich sagte dem DJ- und/oder Plattenhändlerding adé vor Jahren, Seb blieb dabei. Eine Hartnäckigkeit, die sich zweifelsohne gelohnt hat, denn The Sun ist ein wirklich wirklich wirklich grandioses Debutrelease. Gott! Ist das deep! Würde ich noch im Plattenladen arbeiten, ich würde jeden nötigen diese Scheibe sofort zu kaufen! Nur heutzutage ist ja alles MP3 ;).