Woody McBride – Basketball Heroes

In unserem Lehrgang »Was ist Techno« kommen wir heute zum Thema Acid. Woody McBride aka. DJ ESP hat uns seine »Basketball Heroes« mitgebracht (auf der Scheibe steht fälschlicher- wie lustigerweise »Basketball Hereos), als dessen Kernstück die berühmte 303 von Roland ihre Blasen wirft. Eine wirklich schöne Nummer, die zudem vom Rollback-Effekt der Bassdrum und dem »This stuff is really fresh«-Sample lebt, ganz sicherlich eine gute Scheibe um in ein knarziges und blubberndes 1996er Technoset zu starten.

New Order: Let's Go (Instrumental)

Es gibt „Let’s Go“ als klassischen New-Order-Song mit Text und irgendwie plätschernder Musik, der mir schnell langweilig wird. Und es gibt „Let’s Go“ in einer instrumentalen Version – die anders ist. Gespielt haben sie die 1987 als Soundtrack für einen Film namens „Salvation“. Der Text kam erst später dazu. Die Instrumentalversion also ist das Original. Und es ist grandios. Härter, treibender und wunderbar melancholisch, finde ich. Vielleicht aber liegt das auch daran, dass ich sie vor Jahren auf einem Joy-Division-Bootleg entdeckt habe, das Ian Curtis gewidmet ist und „Electric Funeral“ heißt.

Die Vision: After the Sunset


Die Vision – After the Sunset

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Ich geb’s zu, ich bin Ossi und die Jahre rund um ’89 waren eine völlig irrsinnige und irre Zeit. Meinen Soundtrack dazu spielten unter anderem Die Vision – für mich der am besten produzierte und performte Indiekram der sterbenden DDR. Drei Gitarren, ein Schlagzeug und das Englisch von Uwe Geyer, das er an der Humboldt-Uni gelernt hatte und ein wenig verknödelte, um cooler zu klingen. Ich fand’s cool. Das war Pogo, das war das Gefühl von Unabhängigkeit und der Wunsch, es besser zu machen als all die alten Lurche, die unsere Welt zugrunde gerichtet hatten: „singin‘ our loudest song for a better world“.

Wang Chung: Dance Hall Days

Achja, die New Wave Endzuckungen der Achtziger Jahre waren ja auch sehr schön. Wir hatten ja nichts damals! Nur einen Musiksender (»Musicbox«, mutierte später als MTV Deutschland erreichte zu Tele5) und das auch nur bei priviligierten Schulfreunden mit Kabelfernsehen. Singles haben wir uns damals noch gekauft. Die von Wang Chung habe ich allerdings von einem Schulfreund bekommen. Er hatte sich einen coolen Plattenspieler mit Tangentialtonarm gekauft und jener wollte eben diese Single partout nicht ordentlich abspielen. Ich glaube ich habe dagegen »Down On The Streets« von Shakatak getauscht. Wie gesagt, wir hatten ja nichts… 1984.

Forseti: Der graue König

Was für Regentage – auch im Sommer: Man kann darin die Ideale der Romantik wiederaufleben sehen. Oder es als verquaste heidnische Naturmystik betrachten. Und es gibt auch einige, für die Neofolk vor allem Ausdruck der Neuen Rechten ist. Ohne Politik im Hinterkopf sind es Harmonien aus akustischen Gitarren, Celli, Trommeln und lyrischen Texten.
Die Band dazu gibt es leider nicht mehr. Aber Fans.

Jeff Mills: The Bells

Als House- und Lounge-DJ habe ich nicht oft Gelegenheiten bekommen, eine meiner Lieblingsscheiben von Mr. Jeff Mills aufzulegen. Wenn ich es doch tat, war ich immer beeindruckt davon, welcher Unterschied im Hörerlebnis besteht, ob man eine Platte so nebenbei hört oder ob man die gleiche Platte auf einer richtigen Anlage mit ordentlicher Lautstärke abspielt. »The Bells« jedenfalls kegelt die Menge sofort aus der Disco, wenn man nur ein wenig zu viel Volume aufdreht. Die Leute stehen praktisch direkt im Unterhemd da, die Kleidung vom Bassdruck der Stärke 8 auf der nach offenen Skala weggerissen. Eben wie bei Hotze. Leg ich die Platte bei mir zu Hause auf, dann dreht der Sound sich mehr um sich selbst, als das Druck entsteht. Und als Youtube-Video ja sowieso. Schade. Aber vielleicht kann man es sich vorstellen?

Erik Truffaz: Friendly Fire

Erik Truffaz ist Franzose, macht Jazz und hasst nach eigenen Angaben Dancefloor. Dämlicherweise hat er 1999 mit »Bending New Corners« auf Blue Note (wo soonst?) bei dem gelungenen Versuch Reggae mit Jazz zu vermengen, eines der besten Dancefloorjazz-Alben der Neunziger Jahre abgeliefert. So ist das Erik Truffaz Quartett fortan ein Aushängeschild für die Vermischung moderner Tanzmusik und Jazz. Nicht auszudenken, wie es gelaufen wäre, wenn Erik ein Freund des Dancefloors gewesen wäre.

Billy Brooks: 40 Days

Wenn die Leute von Billy Brooks erzählen, wird meist erwähnt, dass er eigentlich Julius E. Brooks hieß, dass er 1926 in Mobile, Alabama geboren wurde, dass er eine eigene spezielle Trompete entwarf und baute und dass er einer der ganz großen des amerikansichen Jazz gewesen sei, als Trompeter für The Four Tops, The Temptations, Tina Turner, Ray Charles, Dizzy Gillespie und Lionel Hampton. Und leider sagen sie auch, dass er an Heiligabend 2002 in Amsterdam verstorben ist.

Das habe ich mir alles gerade angelesen, denn obwohl »Windows Of The Mind«, die einzige offizielle Solo-LP von Billy Brooks, einen der Sonderplätze in meinem Plattenregal einnimmt, habe ich eigentlich nur gewusst, dass es das beste Jazztrompete-Album in meiner Sammlung ist. Der Trompeter selbst ist dabei völlig hinter seiner Musik zurückgetreten für mich. Das war vielleicht Billy Brooks größtes Werk, dass er all den Namen da oben seine Musik geliehen hat, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Es gibt soviele Billy Brooks…

Whirlpool Productions: From Disco to Disco

Der Typ mit der Brille in dem Video, der so leicht geeky und erstaunt in die Kamera schaut, das ist Hans Nieswandt. Erstaunt dürfte er gewesen sein, dass der Partygag die Discohouseparodie »From Disco to Disco« damals zu einem solchem Erfolg geworden ist. Das hat sicherlich viele Türen geöffnet. Und so hat derselbe Hans Nieswandt später ein wunderbares Buch über das DJ-Sein geschrieben. Und das zweite Album von Whirlpool Productions hieß »Brian de Palma«. Echt jetzt.

The Dukes Of Stratosphear: You're A Good Man Albert Brown (Curse You Red Barrel)

Den Song hat sich vor langer Zeit mal eine Frau bei einer unserer Studentenparties (bei denen ich erste Gehversuche als DJ machte) von mir gewünscht und, da ich ihn weder dabei hatte oder kannte, zur nächsten Party selber mitgebracht. Verrückte.
Heute weiss ich, dass The Dukes Of Stratosphear ein Pseudonym für XTC waren, eine Band, die ich trotzdem sie zum New Wave gezählt wurden, immer gehasst habe. Als DoS nahmen sie jedoch recht erfolgreich den psychedelic Rock der 60er Jahre auf die Schippe, was mir nun widerum sehr gefällt.