Dusty Brown: This city is killing me

Ich mag Künstler, die in keine Schubladen passen, aber mir dennoch in ihrer Sound-Bandbreite gefallen. Dusty Brown aus Sacramento zum Beispiel: Ob Drum’n’Bass, Trip Hop oder Indie-Rock – „alles drin“, wie Béla Réthy sagen würde. Und weil es hier schon seit einer Woche durchregnet und der Münchner Sommer offenbar die Stadt verlassen hat bzw. nie wirklich ankam, trifft der Titel wunderbar meine Stimmung (hier gibts übrigens die neue EP inklusive des Songs kostenlos zum Download als zip-Datei, auf der MySpace-Seite darf gespendet werden).
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The Gaslight Anthem: The '59 Sound

The Gaslight Anthem haben diese Woche mit American Slang ein neues Album herausgebracht. Es ist solide, aber ich trauere immer noch dem Sound von „Sink or Swim“ nach, das ich viel zu spät entdeckt habe (’59 Sound ist vom gleichnamigen Nachfolgealbum). Ich hätte ja gerne gesehen, dass sie das Erbe von Hot Water Music antreten. Jetzt hören sie sich mehr wie eine Art moderner Bruce Springsteen an. Kommen ja beide aus Jersey, man kennt sich. Trotzdem eine gute Rockband.
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The Mighty Stef: Downtown

Irlands Popmusikgeschichte löst zwiespältige Gefühle in mir aus. Da wären U2, die mal wie die alternativste Mainstream-Rockband der Welt klingen, mal wie die peinlichen Arty-Farty-Streber vom Gymnasium. Dann gibts noch die Cranberries, die immerhin in meiner Teenagerzeit als sicheres Warnsignal fungiert haben: Mochte eine neue Bekanntschaft die Cranberries, sah ich mich verpflichtet, sofort eine Nebelkerze zu zünden, ins nächste Taxi zu steigen und bis ans Ende der Welt zu fahren. Leider komme ich vom Land und Taxis waren rar.
Mighty Stef mag ich einen gewissen Too-Pop-to-be-interesting-Faktor nicht absprechen, doch weil das Ganze in Downtown mit einer Menge Pogues (Zitat des Sängers Stefan Murphy: „Der Alkohol hat mir mehr gegeben als ich ihm„) und einem kleinen Schuss Ramones gemischt wird, kann ich mich mit dem Song sehr gut anfreunden. Und hey, „Nine to five has eaten us alive. We are not kings, we are foot soldiers, we’re walking the road to nowhere“ ist einfach der perfekte Beginn für eine Rezessionshymne.
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Freelance Whales: Generator 1st Floor

Auf die Freelance Whales bin ich irgendwann im Herbst vergangenen Jahres gestoßen, als ich ein Video von einem Auftritt in einer U-Bahn-Station in Brooklyn entdeckte. Die aufsteigende Sehnsucht nach New York mischte sich mit Neugier – eine Indie-Band mit Banjo, die sich nicht furchtbar anhört, war mir bis dato noch nicht untergekommen.
Bei genauerem Hinhören wurden die Freelance Whales für mich zu einer der schönsten Entdeckungen seit langem, und Weathervanes für mich persönlich das Album des Jahres 2009. Eigentlich unbegreiflich, dass die Band es erst einmal ohne Label veröffentlichen musste. Inzwischen sind die Freelance Whales untegekommen und ich warte sehnsüchtig auf ihren ersten Besuch des kontinentalen Europas. Wir werden von dieser Band noch viel hören, da habe ich keine Zweifel.
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Journey: Don't stop believin'

Wenn der Mensch, dem ich jenseits meiner Familie am meisten zu verdanken habe, Geburtstag hat, dann ist nur das Beste gut genug. Und damit meine ich wirklich das BESTE – in diesem Fall den besten Song der Welt. Man muss nicht an der Nahtstelle zwischen Siebzigern und Achtzigern seine besten Jahre gehabt haben, um dieses Lied zu verstehen. Dass es der Soundtrack für die letzte Szene in der letzten Folge der letzten Staffel der grandiosesten Serie der Welt ist, erscheint mir fast wie eine Fügung der Popkultur. Und wer jetzt widerspricht, erhält Besuch von Paulie Walnuts.
Happy Birthday!

The Apples in Stereo: Dance Floor

Ich mag es käsig, und Song und Video der Apples in Stereo sind wirklich supercheesy. Warum ist Elijah Wood in solch verspulten Nerd-Rollen eigentlich immer am überzeugendsten? Wer sich jetzt fragt, wieviel der Gute für seinen Auftritt bekommen hat: Wahrscheinlich nichts, denn Apples in Stereo sind eine der Bands auf Simian Records, dem semiaktiven Minilabels des Schauspielers. Wood spielt übrigens auch im aktuellen Video von Danko Jones mit, genau wie Lemmy von Motörhead. Das ist jedoch eine völlig andere Welt.
Mehr: MySpace, Piranha.tv, Chartattack, Croak4me

The Rural Alberta Advantage: In the Summertime

Während gerade im Netz diskutiert wird, ob die neue Arcade-Fire-Single die Erleuchtung oder Mist ist, will ich lieber meine Empfehlung für ein paar andere Kanadier abgeben: The Rural Alberta Advantage. In the Summertime zelebriert die Schönheit der Schlichtheit und das dazugehörige Video lässt mich erahnen, dass all unsere Probleme an Bedeutung verlieren, wenn wir nur einmal mit dem Fahrrad den kanadischen Sommer durchqueren. Wer mehr hören möchte, dem empfehle ich den RAA-Song Don’t haunt this place, dessen Gesangslinie mich bereits seit Monaten verfolgt. Oder gleich das ganze Album Hometowns.
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Lali Puna: Micronomic

Den Satz „Übrigens sind Radiohead Lali-Puna-Fans“ kann die Band um Valerie Trebeljahr und Notwist-Sänger Markus Acher wahrscheinlich nicht mehr hören. Das Lob ist jedoch durchaus gerechtfertigt: Die Alben „Scary World Theory“ und „Faking The Books“ (aus dem der Song hier stammt) gehören zum Feinsten, was das Genre Electronica je hervorgebracht hat. Auch wenn ich das von „Our Inventions“, nach sechs Jahren das erste Lebenszeichen Lali Punas, nicht behaupten kann – das Konzert im Ampere morgen Abend werde ich auf jeden Fall mitnehmen. Wer weiß, wie lange es bis zum nächsten Lebenszeichen dauert.
Mehr: MySpace, tazblog, 78s.ch, Pretty Paracetamol

Memory Tapes: Green Knight

Ich bin mir sicher, dass Memory Tapes in diesem Sommer noch in einigen MP3-Playern und Autoradios zu hören sein werden. Auf dem abendlichen Weg in den Club, auf der Fahrt zum nächsten Festival oder in den Urlaub. Ein Song, der mich persönlich an Freitagabende erinnert, an denen plötzlich die Zeit entschwunden ist und der vergangene Arbeitstag genauso Ewigkeiten weit entfernt zu sein scheint wie der nächste Morgen.
Mehr: MySpace, Stylemag, Radar., Bedroomdisco, Stereogum (inkl. Visions-of-Trees-Remix als Download)