Maximum Balloon: Tiger (feat. Aku)


Das schöne fränkische Wort Verregger (deutsch: „Verrecker“) beschreibt ein auf eine Person bezogenes Erstaunen, meist über eine schlitzohrigen Handlung dieses Menschen. In meiner Heimat fiel der Ausdruck „Verregger“ beispielsweise, wenn der Opa staunte, dass der kleine Enkel sich schon wieder in den Weinkeller geschmuggelt hatte, um trotz aller Verbote am Müller-Thurgau zu nippen. Oder wenn der Hofhund sich in die Küche geschlichen hatte, um die „Wörscht“ (Würste) vom Tisch zu klauen.
David Sitek ist auch ein Verregger. Ich weiß zwar nicht, ob er Würste vom Tisch klaut, aber der Gitarrist von TV On The Radio scheint mit seiner gnadenvollen Hauptband nicht genug ausgelastet zu sein und hat deshalb mit Maximum Balloon ein kollaboratives Soloprojekt gegründet, das verblüfft. Vielleicht nicht den fränkischen Opa, aber mich: Verdammt, ist dieser Mann vielseitig.
Mehr: MySpace, Beyond Mainstream, MKzwitschert, Stereopol

Kid Loco: A Grand Love Story

Die Scheibe habe ich allein wegen des Covers gekauft und vielleicht, weil der Verkäufer im Plattenladen Clocktickingtripbeatdownbigtempo an das Regalfach geschrieben hatte. »A Grand Love Story« ist beispielhaft für den Stil: verlangsamter Hip-Hop-Beat — trancige Hookline — eingestreute Samples aus Filmen oder ähnlichem, nennen wir es Trip Hop. Ach, und der Plattenverkäufer… das war ja ich.

Miriam Makeba – Amampondo

Thomas hat mir mit seinem Song des Tages, vorletzte Woche dran erinnert, dass ich immer nochmal diese Song raussuchen wollte, den Miriam Makeba in der grandiosen Dokumentation „When we were Kings“ (ab Minute 22) singt. Die Auschnitte, die man in der Dokumentation sieht, sind irgendwie hypnotischer, was auch an ihrem irren Blick liegen mag. Ja so waren sie, die 70er …

Pépé Bradock: 18 Carats

Noch so ein Franzosenhouser, wobei Pépé Bradock immer ein wenig deeper war, als seine Kollegen von der Phonkyhousefront. Selbst wenn er eine Disconummer wie »18 Carats« abliefert, bleibt es deepish as hell. Die Textsamples finde ich dazu noch ziemlich einmalig, vor allem ab dem Gewitter in der Mitte des Songs… Weiterer Tip: Deep Burnt.

Bebel Gilberto: Tanto Tempo

Man muss schon ein wenig weinen, wenn man hört was die Brasilianerin Bebel Gilberto aus ihrem Bossa Nova so herausholt. Der langsam wiederholte Klavierpart ist aber auch wirklich hypnotisch und klingelt nicht erst nach ein paar Caipis hörbar in den Ohren…

Mumford and Sons – Little Lion Man

Mumford & Sons – „Little Lion Man“ from Mikey Levelle on Vimeo.

Letzte Woche Dienstag haben Mumford and Sons in Berlin in der Columbiahalle gespielt. Sie haben mehrfach erwähnt, dass sie sich für die Einladung nach Berlin sehr bedanken, dass sie sich freuen wieder hier zu sein, und dass es toll sei, bei einem so großartigen Publik zu Gast zu sein.
Mir kam das die ganze Zeit gar nicht so vor, als wären sie hier zu Gast. Von dem Moment an, als ich wußte, dass ich das Konzert besuchen würde, hatte ich vielmehr die Vorstellung, dass es für mich soetwas wie ein Willkommenskonzert sein würde. Als wäre das von langer Hand geplant und kein Zufall.
Was für ein großartiger Abend!

Trent Reznor & Atticus Ross: The Gentle Hum of Anxiety

Es war abzusehen, dass Ex-NIN Trent Reznor sich vom Band-Frontmann zum Filmkomponisten entwickeln würde. Gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Atticus Ross hat er den Soundtrack zu David Finchers The Social Network geschrieben. Die Tracks sind auch alleinstehend ein Genuss, ich bin aber gespannt, wie sich Musik und Bilder ergänzen werden. Den Soundtrack gibts übrigens als kostenlosen Download, und zwar hier.

Scala & Kolacny Brothers: Creep

Am 7. Oktober startet „The Social Network„, ein Film über die Geschichte von Facebook und dessen Gründer Mark Zuckerberg. Die Liste der Beteiligten ist durchaus imposant: Regisseur ist David Fincher, der Soundtrack stammt von Trent Reznor und das Drehbuch von Aaran Sorkin („The West Wing“). Dazu spielt auch noch Justin Timberlake mit, der wiederum wie Zuckerberg aussieht, diesen aber auf der Leinwand nicht verkörpert. Und nicht zuletzt wird der Trailer von dieser Chorversion von Radioheads „Creep“ untermalt, weshalb er der Song wiederum auf dieses Hochglanzblog geschafft hat. Zuckerberg ist übrigens selbst Fan von „The West Wing“ und Radiohead – und auch beim Screening von The Social Network wurde er gesehen.