arottenbit – live

Was der junge Mann in diesem Video macht, nennt sich Chiptune oder nach seiner eigenen Bezeichnung auch Nintendocor. Und ja, was der junge Mann da in seiner Hand hält ist ein Game Boy.

Billy Brooks: 40 Days

Wenn die Leute von Billy Brooks erzählen, wird meist erwähnt, dass er eigentlich Julius E. Brooks hieß, dass er 1926 in Mobile, Alabama geboren wurde, dass er eine eigene spezielle Trompete entwarf und baute und dass er einer der ganz großen des amerikansichen Jazz gewesen sei, als Trompeter für The Four Tops, The Temptations, Tina Turner, Ray Charles, Dizzy Gillespie und Lionel Hampton. Und leider sagen sie auch, dass er an Heiligabend 2002 in Amsterdam verstorben ist.

Das habe ich mir alles gerade angelesen, denn obwohl »Windows Of The Mind«, die einzige offizielle Solo-LP von Billy Brooks, einen der Sonderplätze in meinem Plattenregal einnimmt, habe ich eigentlich nur gewusst, dass es das beste Jazztrompete-Album in meiner Sammlung ist. Der Trompeter selbst ist dabei völlig hinter seiner Musik zurückgetreten für mich. Das war vielleicht Billy Brooks größtes Werk, dass er all den Namen da oben seine Musik geliehen hat, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Es gibt soviele Billy Brooks…

The Books: I Didn't Know That

Manchmal habe ich das Gefühl, es gibt viel zu wenig verstörende Musik da draußen. The Way Out von The Books überzeugt mich vom Gegenteil. Hier wird die Kraft des Mashups bis an die Grenzen ausgetestet. Das ist längst kein pures Sampling mehr, das ist Hörkunst nach Cut-Up-Art. Für mich das Album des Jahres, bislang, ich kann Euch nur ans Herz legen, es komplett und ohne Multitasking durchzuhören. Zum Beispiel im Stream bei NPR. Mehrmals.
Mehr: MySpace, MotorFM, Popmatters.com, Alternative-Block

Whirlpool Productions: From Disco to Disco

Der Typ mit der Brille in dem Video, der so leicht geeky und erstaunt in die Kamera schaut, das ist Hans Nieswandt. Erstaunt dürfte er gewesen sein, dass der Partygag die Discohouseparodie »From Disco to Disco« damals zu einem solchem Erfolg geworden ist. Das hat sicherlich viele Türen geöffnet. Und so hat derselbe Hans Nieswandt später ein wunderbares Buch über das DJ-Sein geschrieben. Und das zweite Album von Whirlpool Productions hieß »Brian de Palma«. Echt jetzt.

Zwanie Jonson: I'm a sunshine

Ich freue mich sehr, Zwanie Jonson hier einmal vorstellen zu dürfen, denn sein Bekanntheitsgrad steht in umgekehrter Proportionalität zu der Güte seines musikalischen Schaffens. In Hamburg sitzt man offenbar mit solcher Musik zwischen allen Stühlen – und das ist wirklich, wirklich schade. Dabei sollte doch in so einer verregneten Stadt viel mehr Platz für Sonnenschein sein!
Mehr: MySpace, Persona Non Grata

Amy MacDonald – Caledonia

Ich weiß, ich weiß, Caledonia ist nicht von Amy MacDonald, der Song ist böser romantischer Regionalpatriotismus und überhaupt, Frau MacDonald macht Pop. Aber was soll ich machen? Das Heimweh nagt an mir. Und auch wenn Ostwestfalen nicht Schottland ist, so ist es doch dicht genug dran, um dem willigen Geiste zu erlauben, das eine auf das andere zu projizieren. Und außerdem klingt ihre Stimme in diesem Video noch viel umwerfender als auf den Alben. Das kommt bestimmt vom Single Malt trinken.

Young Buffalo: New Beat

Um mit der New-Folk-Welle nach oben gespült zu werden, müssen Young Buffalo gerade die Bars und Tavernen in den Südstaaten bespielen. Oxford ist eben nicht New York, Oxford/Mississippi schon garnicht. Gefällt mir aber, dieser Gegenwarts-Folk auf dem dicken Soundteppich. Das Album erscheint Anfang 2011.
Mehr: MySpace, blaloksirp , iguessimfloating (mit MP3)