Danger Mouse & Sparklehorse: Little Girl

Die seltsam anmutenden Umstände, unter denen nächste Woche das Album „Dark Night of the Soul“ nun doch noch offiziell erscheint, sprengen die Zeilen dieses Blogs. Deshalb verweise ich auf NPR, wo das Werk noch bis zum 13. Juli als Stream zu hören ist, sowie auf dieses Interview mit David Lynch, der jeden einzelnen Song mit einem Foto verknüpft hat. Eine Kollaboration, die mit Künstlern wie Frank Black, Iggy Pop, den Flaming Lips, James Mercer oder dem hier zu hörenden Julian Casablancas (The Strokes) jeden Rahmen sprengt. Und die mit den Selbstmorden von Mark Linkous (Sparklehorse) und Vic Chesnut noch eine tragische, morbide Note erhält.
Mehr: Nicorola, FM4, Quenzblog, Weg-Eins, Roteraupe.de, Dueringer.twoday

MGMT: It's working (Air Remix)

MGMT hatte ich immer ein bisschen in die Hipster-Schublade gesteckt, doch einige Songs auf „Congratulations“ strafen mich Lügen. „It’s working“ zum Beispiel ist eher ein Hippie-, als ein Hipster-Track. Bereits das Original klingt ein bisschen nach den federleichten Gitarrensamples von Air – da ist das Remix der Franzosen ist ein logischer Schritt.
Mehr: Download, Munitionen, 78s.ch

Manfred Krug: Morgen

Als Wessie kann ich nicht in Ostalgie verfallen. Ich bin auch weder Tatort-Fan, noch habe ich mich in die Magenta-Telekom-Blase hineinziehen lassen, damals. Aber, wenn ein Sampler »Amiga A Go Go – Deutsch Demokratische Rare Grooves« heisst, dann muss man doch einfach zugreifen. Auf der Promo 12″ dazu gibt der allseits bekannte Krug seine mE beste Nummer zum Besten, die, wohl zuerst 1972 beim Staatslabel AMIGA erschien…

Gil Scott Heron: In The Bottle

Gil Scott Heron ist eigentlich hauptberuflicher Poet des Amerikas der 70er und beginnenden 80er. Zusammen mit Brian Jackson hat er jedoch ausserdem einige der besten Jazz-Funk-Soul-Fusion-Nummern der Welt abgeliefert. Herons Texte über das Leben der Afroamerikaner und die Art seines Vortrages, sind eine der Wurzeln dessen, was später Rap genannt wurde und heute HipHop ist.

Blumfeld: Verstärker

„Blumfeld, ein älterer Junggeselle, stieg eines abends zu seiner Wohnung hinauf, was eine mühselige Arbeit war, denn er wohnte im sechsten Stock. Während des Hinaufsteigens dachte er, wie öfters in der letzten Zeit, daran, daß dieses vollständig einsame Leben recht lästig sei, daß er jetzt diese sechs Stockwerke förmlich im Geheimen hinaufsteigen müsse, um oben in seinen leeren Zimmern anzukommen, dort wieder förmlich im Geheimen den Schlafrock anzuziehn, die Pfeife anzustecken, in der französischen Zeitschrift, die er schon seit Jahren abonniert hatte, ein wenig zu lesen, dazu an einem von ihm selbst bereiteten Kirschenschnaps zu nippen und schließlich nach einer halben Stunde zu Bett zu gehn, nicht ohne vorher das Bettzeug vollständig umordnen zu müssen, das die jeder Belehrung unzugängliche Bedienerin immer nach ihrer Laune hinwarf. Irgendein Begleiter, irgendein Zuschauer für diese Tätigkeiten wäre Blumfeld sehr willkommen gewesen.“

Franz Kafka, „Blumfeld, ein älterer Junggeselle“ 1915
Mehr: Blumfeld haben sich 2007 nach langem Siechtum aufgelöst.

Da Hool: Meet Her At The Loveparade

Bis in die 2000er hinein trafen sich bis zu 1.500.000 Menschen in Berlin zu Loveparaden, um der 1989 begründeten Tradition zu frönen, zum Klang lauter Musik und unter dem Einfluss bewusstseinserweiternderverhärtender Drogen den Frieden, die Freude und den Eierkuchen zu feiern. Frank Tomiczek aka. Da Hool aka. DJ Hooligan aus Bottrop (!) dürfte ein Paradebeispiel (!) für diese Art der Veranstaltung sein. In jeder Hinsicht. Er steuerte eine der Paradehymnen bei.
So und nun machen wir die Augen zu und lauschen ein wenig in die Musik und dann sehen wir… halbnackte Menschen die an Straßenschildern hochklettern…

Orbital: Don't stop me

Wäre ich ein DJ, würde ich diesen Song spielen. Zumindest die erste Hälfte. Bis zum Morgengrauen. Aber in München würde ich ja nicht mal in die meisten Clubs kommen, deshalb bleibt der Song den Tanzwütigen hier verwehrt. Kriegen’se eben nicht mit, was Techno-Opas mit Buggles-Samples alles so anstellen können.

The Go Find: Dictionary

In ihren besten Momenten sind The Go Find größer als die Kings of Convenience oder The XX, ich denke da nur an die verqueren Harmonien bei „Everbody knows it’s gonna happen…“ oder die Basslinie in „Dictionary“. Auch wenn ich mir diese besten Momente öfter wünschen würde: Wären sie nicht aus dem beschaulichen Belgien (Belgien! Soulwax! dEUS!), wären sie wahrscheinlich eine der iPod-Konsensbands unserer Zeit und müssten in Fitness-Studios die Hintergrundbeschallung liefern. Es gibt also Schlimmeres, als vergleichsweise unbekannt zu bleiben.
Mehr: MySpace, Platten vor Gericht, Bedroomdisco