Avi Buffalo: What's in it for?

Dieser Beitrag enthält doppelte Verwunderung. Einmal, weil das Ex-Seattleszeneundso-Label Sub Pop so viele erstaunliche Künstler in seinen Reihen hat. Und zum Zweiten, weil Avigdor Zahner-Isenberg a.k.a Avi Buffalo und seine Band solch erstaunliche Songs wie „What’s in it for?“ schreiben, obwohl sie alle erste gerade ihren College-Abschluss gemacht haben (und ja, die Shins klingen deutlich durch). Wobei die Stimme natürlich locker eine dritte Verwunderung her gibt. Sänger statt Journalist ist definitiv die richtige Wahl für den jungen Herrn. Heute Abend übrigens im Bang Bang Club in Berlin live zu erleben.
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Russian Circels: Fathom

Post Rock – das ist ein Genre, das gab’s noch gar nicht, als ich jung war, zumindest nicht in unseren Köpfen. Aber in dem, was heute viele Post Rock Bands machen erkenne ich die Weiterentwicklung dessen wieder, was ich schon damals kuhl fand. Russian Circles z.B. klingen in vielerlei Hinsicht wie Tool. Das treibende Schlagzeuge, die schweren Gitarren, die quietschenden … ja was ist das eigentlich … man weiß es nicht … das Quietschen eben.
Ich freu mich sehr, dass sich Musik weiterentwickelt, und dass ich immer noch neue Bands finde, die neuen Kram machen, den ich mag. Ausgesprochen beruhigend das.
Dank für den Tip geht an den Piscator!
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Dead Can Dance: Rakim

Der genialistische Brendan Perry und die durchgeknallte, jodelnde Lisa Gerrard begleiten mich seit vielen Jahren durch die düsteren Abschnitte meines Lebens. Dead Can Dance geben beispielsweise einen wunderbaren Soundtrack zu Zugfahrten durch das verregnete Schleswig-Holstein ab.

Hier sehen wir einen Ausschnitt aus dem »Toward The Within«-Konzert/Film und Lisa beweist nicht nur durch die Kleidung während des Auftritts, sondern auch im folgenden Interview, dass da möglicherweise ein paar Schrauben locker sind, im Oberstübchen—was sie nicht davon abhält heute erfolgreich Filmmusiken zu produzieren.

Joy Division: Atmosphere

Nicht all ihre Songs sind große Meisterwerke. Doch Bands wie U2 oder Nine Inch Nails sind ohne ein Album wie Closer unvorstellbar. Den Zenit ihres Ruhmes erlebten Joy Division, als die Band bereits nicht mehr existierte. Doch die Tragödie einer Band wiegt nie so schwer wie die Tragödie eines einzelnen Menschen.

Heute vor 30 Jahren nahm sich Ian Curtis, Sänger von Joy Division, das Leben.

CALLmeKAT: Bug In A Web

So wie CALLmeKAT könnten sich Portishead anhören, wenn sie mal ihren Arsch hochbekommen würden. Doch die Welt ist ungerecht, Portshead schmoren weiter in ihrem eigenen Saft und die Dänin Katrine Ottosen (wir dürfen sie Kat nennen) füllt auf absehbare Zeit keine Hallen, sondern muss die kleinen Clubs bespielen. Und um das Spinal-Tap-Klischee perfekt zu machen, schreibt dann auch noch die Rote Sonne (wo CMK morgen auftritt) auf der Homepage ihren Namen falsch. Vielleicht tröstet es Frau Ottosen, in diesem kleinen Blog ein wenig Aufmerksamkeit zu erhalten.
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Beach House: Zebra

Eine Bekannte aus Baltimore hat sich einmal beschwert, dass sie ständig gefragt wird, ob es dort wirklich so wie in The Wire zugeht. Nun, nichts könnte ein größeres Kontrastprogramm zur kaputten Wire-Welt bieten als die Musik von Beach House, die just aus dieser Stadt stammen. Eine Stimme, als hätte Nico von Velvet Underground endlich ihren Frieden gefunden. „You know you’re gold, you don’t gotta worry none“. Pures Gold ist auch die Schulchor-Coverversion dieses Songs. Das Beste, was diesem Lied passieren konnte.
Mehr: MySpace, Auftouren, Tasties to the lions, Langweiliges Rezensionsgeblogge, NPR, BBC

The Dodos: The Season

Zugegeben, das Video ist nicht das offizielle Video der Dodos und um ehrlich zu sein, hab ich mir nie die Mühe gemacht, ob es zu diese, 7:45 minütigen Indie-Folk-Rausch überhaup ein offizielles Video gibt, ganz einfach weil das hier so großartig ist. Longboards, Sonne, endlose Straßen und freie, glückliche, junge Menschen, randvoller Anmut.
Dank geht übrigens an Jan, der mir das Video im Winter zeigte. Vielleicht liebe ich das Video auch deshalb so sehr, weil es im reichlich kalten und dunklen Winter dieses Jahr, hell und warm und leicht war.
Mehr: Myspace

Quantic: Infinite Regression

Ganz anders als beispielsweise Star Trek, wo die tollsten Erfindungen zwar gemacht und genutzt, aber nie erklärt werden, zeigt diese Szene aus dem ansonsten grauenvollen Flucht vom Planet der Affen, dass man mit Phänomenen wie Zeitreisen auch anders, nämlich satirisch umgehen kann. Gerade der infinite Regress steht dafür, das man nichts begründen und schon gar nicht sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen kann.
Quantic hat mit »Infinite Regression«, von seinem Debutalbum »The 5th Exotic«, diesen satirischen Aspekt noch verstärkt, in dem er zwar beinahe den kompletten Filmdialog gesampled hat, aber leichte Veränderungen der Reihenfolge im Text vorgenommen hat. Und so endet sein Song noch selbstsicherer als die Filmszene:
Moderator: Do you believe that?
Hasslein: Absolutely. It is the only explanation.

65daysofstatic: Tigergirl

65daysofstatic hab ich beim Treibenlassen auf last.fm gefunden und mich auf der Stelle begeistert. Irgendwann in den späten 90er hatte ich mal die Idee, Breakbeat, Drum’n’Bass und Rock zu verschmelzen. 65dos machen genau das und noch viel mehr. So haben sie mit Abstand den skurilsten Newsletter den ich je abonniert habe. Verrückter Kram.
Das aktuelle Album „We were exploding anyway“ ist seit ein paar Tagen draußen und deutlich elektronischer, als die vorherigen Alben. 65daysofstatic kann man nicht immer hören. Aber wenn … dann gibt es kaum etwas, das den Jungs das Wasser reichen kann.
Nachtrag: Ich dachte, es sei netter das Flash-Dings der Band einzubinden. Leider muss man da den richtigen Song noch auswählen. Also einfach unten auf Tigergirl klicken und dann auf den Play Button. Dafür gibt’s aber auch noch Songs der Band und ein paar Live-Schnipsel im Player. Alles lohnenswert!

The National: Terrible Love

The National schreiben Hymnen, die nicht nach Hymnen klingen. Das ist auch auf dem neuen Album High Violet so, das vor wenigen Tagen erschienen ist. Ich mag an The National, dass ihre Stücke niemals den einfachen Weg nehmen, den Spannungsbogen für den Ohrwurm-Refrain aufgeben. Musik wie ein täglicher Heimweg in der Abenddämmerung.
Mehr: NYTimes, ByteFM,Nicolrola, Fisches Nachtgesang