65daysofstatic: Tigergirl

65daysofstatic hab ich beim Treibenlassen auf last.fm gefunden und mich auf der Stelle begeistert. Irgendwann in den späten 90er hatte ich mal die Idee, Breakbeat, Drum’n’Bass und Rock zu verschmelzen. 65dos machen genau das und noch viel mehr. So haben sie mit Abstand den skurilsten Newsletter den ich je abonniert habe. Verrückter Kram.
Das aktuelle Album „We were exploding anyway“ ist seit ein paar Tagen draußen und deutlich elektronischer, als die vorherigen Alben. 65daysofstatic kann man nicht immer hören. Aber wenn … dann gibt es kaum etwas, das den Jungs das Wasser reichen kann.
Nachtrag: Ich dachte, es sei netter das Flash-Dings der Band einzubinden. Leider muss man da den richtigen Song noch auswählen. Also einfach unten auf Tigergirl klicken und dann auf den Play Button. Dafür gibt’s aber auch noch Songs der Band und ein paar Live-Schnipsel im Player. Alles lohnenswert!

The National: Terrible Love

The National schreiben Hymnen, die nicht nach Hymnen klingen. Das ist auch auf dem neuen Album High Violet so, das vor wenigen Tagen erschienen ist. Ich mag an The National, dass ihre Stücke niemals den einfachen Weg nehmen, den Spannungsbogen für den Ohrwurm-Refrain aufgeben. Musik wie ein täglicher Heimweg in der Abenddämmerung.
Mehr: NYTimes, ByteFM,Nicolrola, Fisches Nachtgesang

Rocky Votolato: Lucky Clover Coin

München, Du machst es mir nicht leicht. Da warte ich seit Wochen auf gute Konzerte, und heute präsentierst Du mir gleich mehrere an einem Abend: Die Schweden von Hellsongs machen für mich eigentlich das, was „Nu Metal“ immer hätte sein sollen. Der tiefschwarze Seattle-Veteran Mark Lanegan ist solo mit Sicherheit auch das Eintrittsgeld wert. Ich entscheide mich jedoch für den dritten Weg, Rocky Votolato, der auch aus Seattle kommt.
Rocky scheint irgendwie dazu verdammt, ein ewiger Insidertipp zu bleiben (das war schon mit seiner früheren Band Waxwing so). Dabei sind seine Songs von ehrlicher Melancholie, von schmerzlicher Schönheit… ach, was gerate ich ins Schwärmen, hört es Euch selber an – und kommt, falls Ihr aus München seid, ins Feierwerk. Mit Matze Rossi tritt Schweinfurts gute Seele im Vorprogramm auf, dessen Songs nicht nur mich bereits ein halbes Leben begleiten.
Mehr: Canyouseethesunset (mit mp3-Download), Reling sichern (mit Waxwing mp3s), Mainstage

NOFX: The Decline

Wenn ein Punkrock-Song 18:19 Minuten dauert, kann das ziemlich in die Hose gehen. Oder es kann ganz groß, ja epochal werden – so wie bei NOFX. Zum Ende des vergangenen Jahrtausends haben sie mit „The Decline“ einen Pflock in die Erde gerammt, der das Genre des Skatepunk überdauern wird. Nie waren sie besser, nie wurden sie ihrem Ruf als Pioniere gerechter. Man kann über den dicken Mike denken, was man will, das hier ist ein Meisterwerk.
Mehr: Live-Version

Mumford & Sons: Winter Winds

Mumford & Sons habe ich erst vor knapp zwei Wochen entdeckt. Seither höre ich aber fast nichts anderes. Fast 900 Scrobbles hab ich schon beisammen. Die Jungs erinnern mich an alles, was in den frühen Tagen meiner Kindheit gut und schön war. Eine Verbindung von Kraft und Leichtigkeit, die ich lange nicht mehr gespürt habe. Ich will Vollbart und einen Bundeswehrparka tragen, auf einen Ostermarsch gehen und Whisky trinken, als wären die 70er nie zu Ende gegangen.

Best Coast: When I'm With You

West Coast – Best Coast: Bei derartigen Wortspielen drohen eigentlich Strafzahlungen an David Hasselhoff und die Los Angeles County Lifeguards sowie eine Blogsperre auf Lebenszeit. Doch hey, das ist Kalifornien und Best Coast (hinter der hauptsächlich die talentierte wie gut vernetzte Bethany Cosentino steckt) machen auch wirklich beste Indie-Strandmusik.
Ein bisschen Beach Boys, ein bisschen Breeders, ein bisschen Melancholie – fertig ist eine der meistgerauntesten Bands der Stunde. Und das alles ohne komplettes Album – der Song Our Deal findet sich beispielsweise im Soundtrack eines Xbox-Spiels. Ob der süße Kaugummi auch nach dem ersten Zuckerschock noch schmeckt? Ich empfehle testweise einen Konzertbesuch – und zwar in den nächsten Wochen in Hamburg, Berlin, Mannheim und Dresden.
Mehr: BestyCoasty-Blog, MySpace, GorillaVsBear, Netznovela, Velourscarpetsforlovers

One

Wir mögen Musik. Wir, das sind derzeit Ben, Nico und ich (Johannes). Und wir sind der Meinung, dass manche Songs zu gut sind, um sie einfach in irgendwelchen Playlists vergammeln zu lassen. Deshalb bloggen wir über sie. Jeden Tag über einen Song, um genau zu sein. Punkt 6 Uhr. Ein paar Worte, mehr nicht, die Musik soll sprechen. Songdestages.de ist Work in Progress – wir freuen uns über Feedback und über Ideen, falls jemandem zum Beispiel ein besserer Name (das hier ist eigentlich eher ein Arbeitstitel) und Claim für das Blog einfällt.
Auf One bin ich das erste Mal in der Version der Band Filter gestoßen – eine Coverversion für den Soundtrack des X-Files-Films, inklusive düsterem Videos mit Auftritt des “Krebskandidaten“.  Die Originalversion kannte ich damals nicht. Ein Jahr später hörte ich das Lied wieder – intoniert von Aimee Mann für die musikalische Untermalung des surreal-melancholischen Schicksalsdramas Magnolia.
Perfekt, dachte ich, das ist also das Original aus den Sechzigern. Von wegen: Der amerikanische Songwriter Harry Nilson schrieb das Lied ursprünglich, bekannt wurde es 1969 durch die Version der Späthippieband Three Dog Night (die wiederum in diesem Artikel aus dem NYMag sehr indirekt mit der Entstehung des HipHop in Verbindung gebracht werden). Und meines Erachtens ist dies auch die beste Fassung. Zusammen mit dem YouTube-Knetvideo ein passender Opener für unser Blog.